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On the road again!

Turnau, Frühling, Hochsteiermark, Alpen, Steiermark, Österreich, Radtour

Fürs heurige Frühjahr habe ich mir vorgenommen, jede Woche zumindest eine "größere" Runde, so an die 50 - 60 km inkl. einiger hundert Höhenmeter mit dem Fahrrad zu drehen. Die Höhenmeter zu erreichen ist bei uns im Mürztal kein Problem. Möchte man eine Rundtour fahren, sind immer auch einige Berge zu bewältigen. Ich habe schon einige Runden für die nächsten Wochen geplant. Da ich künftig bei mehrtägigen Touren in mir unbekannten Gebieten die Komoot-App zur Navigation benutzen möchte, plane ich diese Rundtouren mit Komoot um das Ganze einmal ausgiebig zu testen.

Das viel zu kalte Wetter der letzten Wochen hatte mir bisher einen Strich durch die Rechnung gemacht. Letzten Samstag war es aber schließlich so weit und bei strahlend sonnigem Wetter und einigermaßen milden Temperaturen (ca. 10 Grad) radelte ich am späten Vormittag gemütlich los.

Die geplant 56,9 km lange Tour führte mich zunächst von Krieglach entlang des R5 nach Mitterdorf im Mürztal und weiter auf dem R48 nach Veitsch. Noch bevor man die Ortschaft Veitsch erreicht, kann man schon das 2004 errichtete 40,6 m hohe, innen begehbare Pilgerkreuz am Veitscher Ölberg sehen. Die Ortschaft Veitsch liegt an einer stark begangenen Pilgerroute zum Wallfahrtsort Mariazell.

St. Barbara im Mürztal, Pilgerkreuz, R 48, Veitschtalradweg, Hohe Veitsch, Hochsteiermark, Radtour
Veitsch mit dem Pilgerkreuz, im Hintergrund die noch tief winterliche "Hohe Veitsch".

Ich habe mir viele verschiedene Systeme zur Befestigung des Handys am Fahrradlenker angesehen. Die wirklich praktischen und vermutlich auch haltbarsten Modelle sind allerdings ganz schön teuer. Inspiriert von einer genial einfachen und noch dazu ökologischen Variante, welche aus recycelten Trecker-Schläuchen hergestellt wird (Rubberman-Halter von Retube), habe ich mir daher eine Halterung aus einem ausgemusterten Fahrradschlauch geschnitten. Mit einer Schnur auf der Lenkertasche befestigt hat es beim ersten Test wunderbar funktioniert. 

Handyhalterung, Fahrrad, Ortlieb Lenkertasche, Navigation, Komoot
Meine Handy-Halterung Marke Eigenbau.
R48, Groß Veitsch, St. Barbara im Mürztal, Hohe Veitsch, Hochsteiermark, Alpen, Österreich, Steiermark
Ortschaft Groß Veitsch, kurz vor dem Ende des R48

In Groß-Veitsch endet beim Veitscher Magnesitwerk der R48 und man biegt nach links auf die Pretalstraße die L102 ab. Die Passstraße steigt schon bald steil an, bis zu 12% Steigung sind zu bewältigen. Es war sehr angenehm zu fahren, da nur ein paar Motorräder und einzelne Autos unterwegs waren. Vorbei an einigen Bergbauernhöfen windet sich die Straße den Berg hinauf, belohnt wir man mit wunderschönen Ausblicken.

Pretalsattel, Bergbauernhöfe, Frühjahrsgrüne Wiesen, Hochsteiermark, Radtouren, Österreich, Alpen
Bergbauernhöfe entlang der Pretalstraße
Pretalstraße, Pretalsattel, St. Barbara im Mürztal, Hochsteiermark, Alpen, Österreich
Unterwegs auf der Pretalstraße Richtung Pretalsattel.

Nach einem schweißtreibenden Anstieg setzte ich mich auf der Passhöhe für eine kurze Mittags-Rast in die warme Sonne und genoss den herrlichen Ausblick und eine kleine Stärkung.

Pretalsattel, Rax, Stuhleck, Blick Richtung Groß Veitsch
Auf dem Pretalsattel. Im Hintergrund links die Rax und rechts das Stuhleck, beide noch schneebedeckt.

Vom 1069 m ü. M. liegenden Pretalsattel ging es dann wieder bergab Richtung Turnau. Bei der Abfahrt war es ziemlich kalt, obwohl ich eine lange Hose und eine Jacke übergezogen hatte. War aber auch nicht weiter verwunderlich, lag doch im Schatten neben der Straße sogar noch ein wenig Schnee.

Turnau, Stübmingbach, Frühling
Entlang des Stübmingbachs Richtung Turnau, im Hintergrund der Pretalsattel

Das zügige Radeln entlang des wunderschönen Stübmingbachs auf der ebenen bis leicht abfallenden Straße machte richtig Spaß! In der Marktgemeinde Turnau bog ich dann nach links auf die L123, die Stollinggrabenstraße, ab, die über den Pogusch nach St. Marein im Mürztal führt.

Turnau, Frühjahr, Aflenzer Staritzen, Hochschwab
Blick auf Turnau, von der Straße auf den Pogusch aus gesehen. Im Hintergrund die schneebedeckten Aflenzer Staritzen, ein Teil des Hochschwab-Gebirges.

Immer wieder wurde ich von herrlichen Ausblicken überrascht, die einen kurzen Fotostop notwendig machten.

Turnau, Pogusch, Frühling
Stollinggrabenstraße auf den Pogusch.

Die ziemlich steile Fahrt auf den Pogusch gestaltete sich aufgrund der vielen Motorräder und Autos die jetzt nach Mittag unterwegs waren nicht mehr ganz so entspannt. Einige Motorradfahrer rasten in irrsinnigem Tempo die Passstraße hinauf, zum Teil mit sehr geringem Abstand an mir vorbei. Einer so nah, dass mich die Druckwelle richtig durchschüttelte. Ich bin selber etliche Jahre und viele Kilometer Motorrad gefahren und habe daher viel Verständnis für diese Art der Freizeitbeschäftigung. In einem derartigen Höllentempo durch die Gegend zu rasen finde ich allerdings mehr als verantwortungslos.

Pogusch, Steirereck, voller Parkplatz
Volle Parkplätze, wie immer bei schönem Wochenend-Ausflugswetter auf dem Pogusch.

Der 1059 m.ü.M. liegende Pogusch zieht so viele Ausflügler und Wanderer an, da sich hier das bekannte Nobelrestaurant Steirereck befindet. Eine Einkehr ist hier zur Zeit aufgrund der Corona-Maßnahmen zwar nicht möglich, dem großen Besucheransturm tut das allerdings keinen Abbruch. Außerdem gibt es ja noch den nicht minder bekannten, schönen und leicht begehbaren "Bründlweg", der 2020 zum schönsten Wanderweg der Steiermark gewählt wurde.

Solche massiv beworbenen und dadurch weithin bekannten Ausflugsziele sind in den letzten Jahren einem enormen Besucherandrang ausgesetzt. Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie hat sich dieser Trend, bedingt durch die Reise-Einschränkungen, noch verstärkt, mit all den damit verbundenen negativen Begleiterscheinungen. So sind die Parkmöglichkeiten oft schon früh am Morgen völlig erschöpft, das daraus resultierende "Wildparken" auf Zufahrtsstraßen, Forstwegen und in Wiesen treibt mittlerweile die Anrainer, Landwirte und Grundbesitzer verständlicherweise auf die Barrikaden. Zudem werden Unmengen an Müll entlang der Wege zurückgelassen, Ver- und Gebote werden oftmals einfach missachtet, das Wild in seinen Rückzugsgebieten gestört.

Hier muss dringend eine Lösung gefunden werden um das Ganze wieder in geordnete Bahnen zu lenken, sonst drohen Wegsperren durch die Grundbesitzer und weitere restriktive Maßnahmen. 

Im Idealfall sollte jede/r Erholungssuchende seinen Beitrag dazu leisten und nicht immer die bekanntesten Ausflugsziele ansteuern. Es gibt gerade hier bei uns in den Alpen genug schöne Möglichkeiten für einen erholsamen Aufenthalt in der Natur!

 

Pogusch, Steirereck, Hochschwab
Noch ein letzter Blick vom Pogusch Richtung Norden zum Hochschwabgebirge.

Nach einer nur kurzen Pause auf dem völlig überlaufenen Pogusch ging es in schneller Fahrt hinunter durch den Stollinggraben nach St. Lorenzen im Mürztal.

Mürztal, St. Lorenzen, Ortseinfahrt
St. Lorenzen im Mürztal.

Wieder im Mürztal radelte ich auf dem R5 über Allerheiligen, Kindberg, Wartberg und Mitterdorf zurück nach Krieglach. Der Mürztalradweg verläuft hier größtenteils auf wenig befahrenen Nebenstraßen, kurze Stücke werden auch als eigener Radweg geführt. 

Mürztalradweg, R5, Allerheiligen, Mürzhofen, Frühling
Im Mürztal, im Hintergrund die Kirchtürme von Mürzhofen und Allerheiligen.
Mürz, Fluß, Wasser, Brücke
Überquerung der Mürz bei Kindberg
Brücke, Kindberg, Mürztalradweg, R5, Mürz
Fußgänger-/Radfahrerbrücke über die Mürz bei Kindberg
Kindberg, Schloß Friedau, Mürztalradweg, R5
Schloß Friedau bei Kindberg

Die 56,9 km und 1030 Höhenmeter habe ich in 3 1/2 Stunden Fahrzeit zurückgelegt. Diese Tour über die beiden Pässe Pretalsattel und Pogusch ist eine sehr empfehlenswerte Runde ( GPS-Track ).

Einiges an Kondition ist notwendig da die Anstiege ziemlich steil sind.

Besser noch als an einem schönen Wochenende wäre es vielleicht unter der Woche zu fahren, da man damit den teilweise recht vielen Motorradfahrern und Ausflüglern entkommen könnte. 

Ich freue mich schon, hoffentlich bald, über meine nächste Tour berichten zu können.